Insektenhotels für das Kinderhaus RP vom 05.07.2019

Die Tigerentengruppenkinder Moritz, Medine und Kim (von links) arbeiten mit Erzieherin Carola Birkholz im Garten des Evangelischen Kinderhauses an einem Insektenhotel. Foto: Fischer, Armin (arfi)

In der Evangelischen Kindertagesstätte an der Fossastraße werden Jungen und Mädchen schon früh an ökologische Themen herangeführt. Die Tigerenten-Gruppe bastelt momentan Holzkästen, in die sich Insekten einnisten können.

Vielleicht wohnen Medine, Kim und Moritz, drei der 23 Kinder der Tigerenten-Gruppe des Evangelischen Kinderhauses an der Fossastraße in Rheinberg, später mal in schönen Einfamilienhäusern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Vorgärten dann nicht mit toten Steinplatten versiegeln, sondern Blühwiesen anlegen, ist groß. Denn wie bedeutsam solche ökologisch wertvollen Flächen sind, lernen die heute sechsjährigen Kinder schon in der Kita.

„Natur, Umwelt, Klimaschutz – solche Themen spielen in unserer Einrichtung eine große Rolle“, unterstreicht Carola Birkholz, eine von 14 Erzieherinnen im Kinderhaus. So ist das Außengelände an der Fossastraße naturnah gestaltet. Carola Birkholz: „Wir haben schon Beete angelegt und wollen bald Tomaten, Melonen und Gurken ernten.“

Momentan dreht sich in der Kita vieles um Insekten. Die TigerentenKinder bauen Insektenhotels. Auch Medine, Kim und Moritz sind ganz vertieft in die Arbeit, schneiden mit Gartenscheren Schilfrohrstücke zurecht und binden sie mit Draht zusammen. „Das macht Spaß, da können die Insekten dann reinkriechen und ein Nest bauen“, erklärt Medine. „Insekten sind nämlich wichtig und die tun auch nichts.“ Die drei Steppkes haben keine Angst vor Bienen, Spinnen oder Ameisen.

Den Anstoß zu diesem Projekt habe Jahrespraktikantin Gülcan Olguner gegeben, erzählt Carola Birkholz: „Sie hat ein Eltern-Kind-Projekt in ihrer Ausbildung dazu gestaltet.“ Damals haben die Kinder Insektenhotels aus Konservendosen gebastelt. Die durften sie mit nach Hause nehmen. Carola Birkholz: „Da haben wir gedacht, es wäre doch gar nicht schlecht, wenn wir auch welche in unserem Kindergarten hätten.“

Gesagt, getan. Rainer Weck, Gärtner und Hausmeister der Einrichtung, hat aus alten Paletten Holz zurecht geschnitten, weiteres Material wurde beschafft. Schilf, aufgebohrte Holzscheiben, Karnickeldraht, Tannenzapfen und aus Ton gefertigte, aufgebohrte Kugeln und Scheiben. Mit viel Geschick fügten die Kinder die Dinge zusammen und freuten sich über ihren Erfolg.

Wenn alles fertig ist, werden die länglichen Insektenhotels am Spielhaus des Kindergartens aufgehängt. „Dann gucken wir jeden Tag, ob schon Insekten eingezogen sind“, sagt Kim, während sie wieder ein kleines Bündel Schilfröhrchen in den Holzrahmen legt.

Für die Tigerenten-Gruppenkinder ist es das letzte Projekt in ihrer Kindergartenzeit. Sie gehen jetzt in die Sommerferien und kommen danach in die Grundschule. Ihre Abschlussfahrt zum Archäologischen Park Xanten haben sie bereits hinter sich. Eine Übernachtung im Kinderhaus gehörte für die Tigerenten ebenso zum Abschlussprogramm. Und wer weiß: Vielleicht engagieren sie sich ja auch als Grundschüler künftig für Umwelt- und Naturschutz.

Von Uwe Plien

Das könnte Dich auch interessieren …