Rheinberger Kinder erklären Weihnachten WAZ 24.12.2016

An der Fossastraße laufen die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest auf Hochtouren. Foto: Christian Stahl

Die NRZ war zu Besuch im Kinderhaus. Von den Heiligen Drei Königen, Rentieren und ganz besonderen Kindern, die noch von Herzen glauben können.

Was passiert denn eigentlich an Weihnachten? Auf diese Frage haben viele von uns eher abgehackte Antworten in petto. Die Antworten im Schema F sozusagen. Was fehlt ist der tiefe Glaube an den Weihnachtszauber. Den, so viel ist sicher, tragen die Jüngsten mit voller Inbrunst in sich. Den Kindern im evangelischen Kinderhaus an der Fossastraße ist nämlich vollkommen klar, was da eigentlich passiert. Und Rentiere gibt’s in Rheinberg übrigens auch. Nur so zur Info. Aber eins nach dem anderen.

Vorbereitungen laufen seit Wochen

Die Vorbereitungen laufen im Kinderhaus schon seit Wochen auf Hochtouren. Betritt man den Flur, springt unweigerlich die große Krippe ins Auge. Und der fünfjährige Ajay, der schon in Sachen Outfit auftrumpft. Auf seiner Brust prangt an diesem Tag ein Bild von Rudolph, dem Rentier. „Drück mal auf die Nase“, kriegt so ziemlich jeder Besucher zu hören. Denn dann spielt der Pullover die passende Melodie.

Wenn es um die Weihnachtsgeschichte geht, sind die Kinder absolute Experten. „Na ja, da gab es diese Elisabeth, die ist die Cousine von Maria“, weiß Annika. „Und der Engel hat ihr gesagt ‘du kriegst n’ Baby’“, wissen die Kinder. „Die hat sich ganz schön erschrocken“, erzählt Lucy mit aufgerissenen Augen. Zustimmendes Nicken ihrer Mitstreiter.

Und dann war da ja auch noch dieser Kaiser Augustus. „Der hat den Menschen gesagt, dass sie sich zählen lassen soll“, erklärt der sechsjährige Tim. Erstmal gibt es aber was deutlich Wichtigeres zu klären. Wo denn nun der echte Nikolaus am 6. Dezember zu Gast war, da sind sich die Kinder nicht ganz so sicher. Der war nämlich an einem Tag gleichzeitig bei Oma Renate und natürlich auch im Kinderhaus. „Der hat ganz schön laut geklopft“, erzählt der dreijährige Benjamin. Und Rentierspuren, die waren ganz deutlich auf dem Hof zu sehen, da sind sich einige Kinder absolut sicher. Aber zurück zur Weihnachtsgeschichte: Natürlich kennen die Kinder auch die Geschichten rund um die Heiligen Drei Könige. Als Leiterin Bettina Stermann den Startschuss gibt, sprudeln die Namen nur so aus den Kindern heraus. Und das passende Lied haben Kjen, Vin, Matthes und Co. natürlich auch auf dem Kasten. Die Frage, was wir denn eigentlich an Heiligabend feiern, ist schon fast eine kleine Beleidigung. „Da feiern wir, dass Jesus geboren wurde“, weiß auch schon der dreijährige Darian. Ist doch klar.

Viel Zeit mit der Familie

Nach dem geschichtlichen Input muss aber auch Zeit sein für ein ganz schön wichtiges Thema: Die Geschenkwünsche. Wer heute noch auf den allerletzten Drücker etwas für die Sprösslinge einkaufen möchte, sollte die Öffnungszeiten des örtlichen Motorradhändlers im Auge haben. Motorisierte Gefährte sind nämlich, glaubt man den Wunschzetteln der Kinder, in diesem Jahr ganz schön angesagt. Am liebsten in blau. Es gibt aber auch etwas bescheidenere Wünsche. Maja, Emilia und Matthes freuen sich über „irgendwas von Lego“, Tim wünscht sich einen Schnorchel. Vor allem wünschen sich die Kinder aber eins: „Ganz viel Zeit mit Mama,Papa, Oma und Opa.“ Und, dass alle Kinder ein Geschenk kriegen. Denn darum geht’s doch, oder?

Von Christian Stahl

 

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