Stiftung kann Kinderhaus in Rheinberg übernehmen RP vom 13.02.2020

Die Diakonissen-Bethanien-Stiftung übernimmt das Evangelische Kinderhaus an der Fossastraße. Foto: Armin Fischer

Der Rheinberger Jugendhilfeausschuss stimmte dem Vorschlag der Stadtverwaltung einstimmig zu. Eine zehnjährige Suche nach einem Träger ist damit beendet.

Udo Ottens Stoßseufzer der Erleichterung war im Sitzungsraum 249 des Stadthauses nicht zu überhören. Und ähnlich wie dem Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg erging es auch Bettina Stermann, der Leiterin des Evangelischen Kinderhauses, und ihren Kolleginnen; auch ihnen war die Erleichterung im Jugendhilfeausschuss anzumerken. Der Grund: Die Politiker hatten sich einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung angeschlossen, die Trägerschaft des Evangelischen Kinderhauses an der Fossastraße zum 1. August 2020 auf die Bethanien-Diakonissen-Stiftung aus Frankfurt zu übertragen.

Damit ende eine zehnjährige, mitunter quälende Suche nach einem neuen Träger für die Kindertagesstätte, sagte Otten. Die Kosten für die Einrichtung waren der Kirchengemeinde über den Kopf gewachsen. Der Pfarrer: „Jetzt haben wir endlich den Träger gefunden, von dem wir glauben, dass er der richtige ist.“

Uwe Michael Junga, Kaufmännischer Vorstand der Bethanien-Diakonissen-Stiftung, war persönlich in die Sitzung gekommen, nachdem es am 4. Februar bereits ein Gespräch gegeben hatte. Auch das Presbyterium der Kirchengemeinde hatte bereits zugestimmt. Schon mehrfach hatte Pastor Otten potenzielle Übernahmekandidaten präsentiert. Zuletzt den Neukirchener Erziehungsverein, dem die Rheinberger ihre Kita in letzter Minute aber dann doch nicht anvertrauen wollten.

Diesmal schien alles zu passen – auch aus Sicht der erst 1998 aus dem Zusammenschluss mehrerer weitaus älterer Stiftungen entstandenen Diakonissen-Bethanien-Stiftung. Sie betreibt im Bundesgebiet Krankenhäuser, Seniorenresidenzen, Einrichtungen für suchtkranke Menschen, Mutterhäuser für alte Diakonissen, aber auch Häuser für offene Kinder- und Jugendarbeit. Und Kindertagesstätten. Nun kommt mit Rheinberg eine weitere hinzu.

Eine entscheidende Frage stellte Vorstand Junga im Ausschuss selbst und beantwortete sie auch: „Was ändert sich für die Mitarbeiter des Kinderhauses? Bis auf die Adresse des Arbeitgebers nichts.“ Dienstzeiten, tarifliche Eingruppierungen, Entgelte – alles soll so bleiben wie bisher. „Das gilt auch für die Eltern der Kinder“, so der Stiftungs-Sprecher. Mit der Kirchengemeinde schließe man einen Vertrag über die religionspädagogische Begleitung in der Einrichtung. Auch sie soll also in bewährter Form fortgeführt werden.

Entschieden werden muss noch über die freiwilligen Mietzuschüsse der Stadt. „Da müssen noch ein paar Dinge geklärt werden“, sagte Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach in der Jugendhilfeausschusssitzung. Sie hoffe, dass das bis zur nächsten Sitzung klappe.

Von Uwe Plien

 

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